ANDACHT

 

„Abschied und Neubeginn“
 

Abschiede sind für viele Menschen nicht leicht. Manche mögen es, sie zu „zelebrieren“, große Worte werden gemacht, Erinnerungen ausgetauscht und Geschenke. Man möchte etwas „richtig“ abschließen. Andere dagegen entziehen sich dem lieber. Nur nicht so viele Worte, nur nicht soviel Aufwand, Schluss und fertig. Ihnen reicht ein netter Gedanke, ein liebes Lächeln, alles ok. Abschiede sind etwas sehr Persönliches. Sie sagen etwas über unsere Erfahrungen mit Trennungen, Verlust und Schmerz und sie spiegeln etwas von unserem Umgang damit wider. Sie zeigen, wie viel Nähe oder Distanz wir benötigen, um „gut“ gehen zu können.
Die Bibel berichtet an vielen Stellen davon, dass Menschen Abschied genommen haben und aufgebrochen sind. Immer wird deutlich, dass es leichter fällt, wenn sie den Abschied bejahen. Wenn sie ihren Weg als von Gott gegebenen Weg annehmen und auf seine Fürsorge vertrauen.
Abschiede sind zum einen normale Prozesse in unserem Leben, die uns helfen, uns im „Loslassen“ einzuüben. Damit wir bereit werden für unseren letzten Weg, das endgültige Loslassen. Zum anderen heißt es „ohne Abschied kein Neubeginn“. Ohne Abschied keine Chance für Wachstum. Abschiede in den verschiedenen Lebensphasen sind gut für uns, weil wir dadurch gezwungen werden, uns neu auszustrecken und weil wir nur so die Möglichkeit bekommen, zu reifen. Jeder Abschied hilft uns, damit etwas in uns „neu“ werden kann - „Neuschöpfung“ - sowohl für den, der geht, als auch für den, der bleibt.
Trotz aller Schwierigkeiten, die für uns mit dem Abschied von unserer Kirchgemeinde einhergehen, freuen wir uns auf das, was vor uns liegt!
Wir danken allen, die in den zurückliegenden zehn Jahren wohlwollend an unserer Seite gewesen sind, allen, die ehrliche und offene Kritik geübt haben, und wünschen der Gemeinde alles Gute und Gottes Segen für ihren Neustart.
 

Ihr Jörg-Martin Richter und Ihre Pfarrerin K. Wunderwald