ANDACHT

Liebe Gemeinde,

nun ist es wieder so weit, der Frühling kommt. Die Tage werden wieder länger, heller und wärmer. Die Natur erwacht aus dem Winterschlaf. Wir können es mit verschiedenen Sinnen wahrnehmen: Blumenduft, Vogelgesang, Farbenvielfalt usw. Sehr schön beschreibt es das bekannte Kirchenlied:

Wie lieblich ist der Maien aus lauter Gottesgüt,
des sich die Menschen freuen, weil alles grünt und blüht.
Die Tier sieht man jetzt springen mit Lust auf grüner Weid,
die Vöglein hört man singen, die loben Gott mit Freud.

Gott hat die ganze Welt erschaffen, er lässt die Schöpfung auch bestehen. Dafür sollen wir immer dankbar sein. Wir bitten Gott, dass die Saat auch eine gute Ernte bringt, dass wir von  Naturkatastrophen verschont bleiben. Auf uns Menschen bezogen sollen wir für unsere Gesundheit und für die nötigen Dinge zum Leben immer dankbar sein. Wir bitten auch, dass Gott unsere guten Vorsätze gelingen lassen möge und dass Gott uns vor allem Bösen behüte. Die zweite Strophe heißt:

Herr, dir sei Lob und Ehre für solche Gaben Dein.
Die Blüt zur Frucht vermehre, lass sie ersprießlich sein.
Es steht in Deinen Händen, Dein Macht und Güt ist groß,
drum wollst Du von uns wenden Mehltau, Frost, Reif und Schloß.
Gerade

Gerade in der Frühlingszeit wird ein Neubeginn am deutlichsten sichtbar. Das Erwachen der Natur aus dem Winterschlaf erinnert uns Christen an die Taufe, also eine Erneuerung von Körper, Geist und Seele. Jedes Jahr in der Frühlingszeit feiern wir Ostern, ein Fest, an dem sich viele Menschen taufen lassen. Durch Christi Tod und Auferstehung werden wir gerettet. Jesus Christus wäscht unsere Sünden ab und schenkt uns ein neues Leben. Wir Christen sollen nicht an unseren Schwächen und Fehlern verzagen. Gottes Gnade baut uns immer wieder auf. Sein Wort zeigt uns die richtige Richtung, ähnlich wie Pflanzen sich immer nach der Sonne ausrichten. In der dritten Strophe heißt es:

Herr, lass die Sonne blicken ins finstre Herze mein,
damit sich's möge schicken, fröhlich im Geist zu sein,
die größte Lust zu haben allein an Deinem Wort,
das mich im Kreuz kann laben und weist des Himmels Pfort.

So wie wir im Frühling eine Erneuerung äußerlich erleben, so können wir eine innere Erneuerung jedes Jahr zu Ostern erleben. Und nicht nur einmal im Jahr, sondern auch an jedem Sonntag. Ja, an jedem neuen Tag. So, wie die Sonne jeden Morgen aufgeht und der Natur Licht und Energie gibt, so schenkt uns Gott Freude und Kraft, seine Liebe und Gnade durch Jesus Christus an jedem neuen Tag. Die abschließende Strophe heißt:

Mein Arbeit hilf vollbringen zu Lob dem Namen Dein,
und lass mir wohl gelingen, im Geist fruchtbar zu sein;
die Blümlein lass aufgehen von Tugend mancherlei,
damit ich mög bestehen und nicht verwerflich sei.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Osterzeit!

Ihr Kantor Johann Weinberger

EG 501: Den Text dichtete Martin Behm 1604; Die Melodie schrieb Johannes Steuerlein 1575