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Pilgerweg der Versöhnung

17.04.2021

Pilgern in Dresden? - Der Weg ist das Ziel!

Die fünf Dresdner Nagelkreuzzentren wollen sich durch einen „Pilgerweg der Versöhnung“ miteinander verbinden. Ab 9. Mai soll seine erste Etappe von der Hosterwitzer Kirche »Maria am Wasser« zur Dresdner Diakonissenhauskirche führen. Weitere Etappen werden die Frauenkirche, die Kreuzkirche und den Denkraum Sophienkirche-Busmannkapelle einbinden.

Warum Pilgern? Seiner Wortherkunft nach bezieht sich der Begriff des „Pilgers“ auf den Fremdling. Der Pilgernde macht sich selbst zum Fremdling, indem er in die Ferne reist, etwa den Jakobsweg gen Santiago de Compostela beschreitet. Für den „Pilgerweg der Versöhnung“ werden Dresdner keine weite Reise antreten müssen, aber es lohnt nicht minder, ein wenig in die Rolle des Fremdlings zu schlüpfen und auf diesem Weg vielleicht ganz neue Blickwinkel zu finden.

Die Gemeinschaft der Nagelkreuzzentren hat ihren Ursprung in Coventry, das im deutschen Bombenangriff des November 1940 schwer zerstört wurde. Es war alles andere als selbstverständlich, dass der damalige Dompropst von Coventry, Richard Howard, bereits im selben Jahr zu Weihnachten in einer Rundfunkübertragung aus der zerbombten St. Michaels Cathedral dazu aufrief, keine Rache zu üben, sondern nach dem Ende des Kriegs gemeinsam an einer freundlicheren Welt zu arbeiten. Aus drei bei den Aufräumarbeiten geborgenen, großen Zimmermannsnägeln aus dem Dachstuhl der zerstörten Kathedrale bildete Pfarrer Arthur Wales ein Kreuz. Dieses „Nagel-Kreuz“ wurde zum Symbol der Nagelkreuzgemeinschaft, die sich der Arbeit für Versöhnung, Vergebung und Frieden verpflichtet hat.

Der Dresdner „Pilgerweg der Versöhnung“ ist eine Einladung, das Wirken der weltweiten Nagelkreuzgemeinschaft in den Blick zu nehmen. Vor allem aber soll er Anregung und Gelegenheit sein, eine gute Wegstrecke lang über das große Thema Versöhnung nachzudenken.

Sie sind herzlich eingeladen, sich mit Ihren eigenen Gedanken zu diesem wichtigen und aktuellen Thema auf die erste Etappe des Pilgerweges der Versöhnung zu begeben. Am 9. Mai wird nach dem 10-Uhr-Gottesdienst in der »Maria am Wasser« in Hosterwitz dieser Weg eröffnet, und es besteht Gelegenheit, ihn erstmals gemeinsam zu begehen und miteinander bis zur Diakonissenhauskirche zu pilgern.


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